Subjektiv hört bei mir der Winter immer mit Silvester auf. Da war die schöne Adventszeit und schließlich Weihnachten. Dann noch eben Neujahr und so rein vom Empfinden her kommt für mich dann das Frühjahr. Vollkommen objektiv betrachtet hat der kalendarische Winter aber eben erst kurz vor Weihnachten begonnen und endet auch erst am 20. März. Und auch mein Temperaturempfinden lässt sich schwerlich von meinem frühlingshaften Gemüt täuschen – sagen wir es wie es ist: es ist noch sau kalt draußen! Dazu kommt Schnee, Schneeregen, nur Regen, Eisregen, Hagel, … eben alles was es draußen ganz schön ungemütlich machen kann. Was also tun? Sich wie die Winterschläfer einmummeln und im Warmen ausharren, bis es draußen wieder schöner wird? Klingt verlockend, hapert aber ein klein wenig an der Umsetzung. Also muss die richtige Kleidung her, um mit dem Hundi ein paar Runden bei eisigen Temperaturen zu drehen, ohne danach ein Eisklotz zu sein.

Ich war schon als Fußgänger eine Frostbeule, aber mit den richtigen Klamotten und strammen Schrittes, wurde es beim Spaziergang doch recht schnell angenehm warm. Aber als Rollstuhlfahrerin habe ich es nicht mehr so mit den strammen Schritten und es muss eine andere Lösung her. Das führt mich direkt zu der Frage, die wir mittlerweile schon mehrmals gestellt bekommen haben und auf dich sich einige von euch eine Antwort wünschen: „Was soll ich bei den kalten Temperaturen anziehen, damit meine Beine nicht so eiskalt werden und ich frieren muss?“

Ich enttäusche ja nur ungern, aber DIE Antwort gibt es auf diese Frage nicht. Denn grundsätzlich ist es von den eigenen Vorlieben, der Behinderung und der Aktivität abhängig. Bevor ich jetzt von „dem Querschnitt“ anfange und dann einen Roman schreiben muss, weil es eben „den Querschnitt“ nicht gibt und es bei jedem unterschiedlich ist, erzähle ich einfach wie es bei mir ist.


Meine Beine sind zwar noch existent, aber durch den Querschnitt quasi vollkommen in meiner Körperwahrnehmung verschwunden. Ich spüre sie nicht, kann sie nicht bewegen und daher sind sie einfach immer kalt. Ich habe sowohl im Sommer bei 30° C kalte Füße, als auch im Winter bei -10° C. Meine Socken bräuchte ich nicht mal mehr waschen, weil meine Füße einfach nie schwitzen. Nicht mal nach drei Stunden Sport. Das Problem ist jedoch gerade im Winter, dass ich zwar nicht direkt merke, wenn meine Beine einfrieren, wohl merke ich es aber irgendwann im Oberkörper und dann ist es meist schon ziemlich lange und kann so blöde Dinge, wie Blasenentzündungen nach sich ziehen. Um das zu vermeiden ist die richtige Kleidung von Vorteil. Ich möchte schon aus Prinzip keinen Fußsack haben, denn ich finde, dass ich damit aussehe wie mit mind. 70 Jahren und schwerstbehindert und das hat durchaus noch Zeit.

Also habe ich diverse andere Möglichkeiten durchprobiert. Entweder eine Skihose anziehen und darunter noch eine Leggins oder eben eine Jeans und darunter eine dicke Strumpfhose. Sogar zwei Paar Socken hatte ich an, die wie die Strumpfhose, zuvor eine Stunde auf der Heizung hingen, damit sie schön warm sind. Aber auch nach den drei Stunden auf dem Weihnachtsmarkt, brauchte ich fünf Stunden und zwei Wärmflaschen, um meine Beine wieder auf Normaltemperatur zu bekommen. Das Problem ist eben, dass in meinen Beinen keine Muskelaktivität mehr ist, die nun mal essentiell ist, um Wärme zu erzeugen. Ergo werden meine Beine so oder so kalt – es ist nur eine Frage der Zeit. Was für jeden das Richtige ist, muss jeder selbst ausprobieren. Aber die Musterlösung habe ich bisher nicht gefunden. Eine Heizdecke (gibt es auch mit Akku) kommt mir nicht ins Haus, weil ich mir die Beine auch schon mit einer zu heißen Wärmflasche verbrüht habe. Ist halt blöd, wenn man es nicht merkt. Also probiert Euch durch und wenn Ihr ausseht, wie ein Inuit, macht ja auch nichts – Hauptsache Euch ist warm!