So, nun folgt endlich, wie versprochen, der Bericht über den MySlave! Wie hier schon erwähnt, durfte ich ihn bei meinem Besuch bei Rehability in Heidelberg testen. Und was soll ich sagen? Es war ein wahres Vergnügen! Zunächst, muss ich zugeben, erinnerte mich sein Aussehen entfernt an einen Staubsauger und ich war leicht skeptisch, wie solch ein kleines Zuggerät mit allen anderen, größeren und schwereren mithalten soll. Doch kaum zu glauben, aber der 250 Watt Motor schafft wirklich 15 Kmh, hat eine Reichweite von rund 20 Km und er hat es mühelos geschafft meinen Freund und mich als Rolligespann, durch die Straßen von Heidelberg zu ziehen. Ich betone nochmal: zu zweit! Also doppeltes Gewicht!

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Definitiv besticht er durch sein geringes Gewicht. Alle anderen Zuggeräte fielen für mich leider sofort raus, weil ich es nicht schaffe 15 Kg in den Kofferraum meines Autos zu heben. Doch die schlappen 9 Kg sind dagegen fast ein Fliegengewicht. Durch den Adapter, der am Rollstuhl befestigt wird, ist die Adaption in 10 Sekunden geschafft und es kann ans Fahrvergnügen gehen. Beim Bewegen des Rades klappt der Ständer nach oben und der MySlave ist zur Fahrt bereit.

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Als Kritikpunkt wurde angemerkt, dass das vergleichsweise kleine Rad nicht für eine Benutzung im Gelände geeignet ist, was natürlich stimmt. Ich finde jedoch, dass man da grundsätzlich eine Unterscheidung treffen sollte. Wofür brauche ich denn ein Zuggerät? Ist es wie bei mir, dass ich es als Unterstützung brauche, weil mir die Wege zur Uni mit zig Büchern, Essen, Trinken etc. im Rucksack einfach zu weit und zu schwer sind und ich damit nur auf befestigten Untergründen unterwegs sein werde. Oder möchte ich damit auch über Wald- und Feldwege fahren und habe ein ganz anderes Einsatzgebiet, dann brauche ich ein größeres Rad mit Mountainbikebereifung und sollte mich gegen den MySlave entscheiden. Muss dann aber natürlich auch die bis zu 10 Kg Gewicht mehr einplanen.

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Außerdem erwähnenswert ist, dass der MySlave sowohl auf Schotter, als auch auf etwas glatterem Kopfsteinpflaster (nicht das ganz hügelige, wo man im Rolli immer so durchgeschüttelt wird) problemlos fährt.

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Der starke Li-Ion-Akku war trotz doppeltem Zuggewicht und Fahren auf der höchsten von vier Stufen nach über einer Stunde Nutzung immer noch halb voll
Ihr seht, alles in allem sind wir mehr als begeistert. Natürlich durfte auch Lukas eine Probefahrt machen und hat sich sofort in diesen Komfort verliebt, sodass wir ihn gleich bei meiner Krankenkasse einreichen werden und hoffen, dass sie ihn übernimmt und ich endlich noch mobiler bin.

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